Logitech UE Roll im Praxistest

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Vor nicht allzu langer Zeit hat Logitech seine große UE Megaboom vorgestellt, die es mit den Konkurrenten SoundLink Mini III und Beoplay A2 aufnehmen sollte, dabei aber kläglich scheiterte. Die Bässe klangen hohl und reichten nicht tief genug, insgesamt war der Lautsprecher einfach nicht gut abgestimmt. Auch die kleineren Geschwister wie UE mobile Boombox und X100 konnten in meinen Tests nicht wirklich überzeugen und schafften es in keinster Weise, Begeisterungsstürme auszulösen. Nun hat Logitech einen weiteren kleinen Bluetooth-Lautsprecher auf den Markt gebracht, die UE Roll. Preislich ist sie im Bereich des JBL Charge 2 und Denon Envaya Mini angesiedelt, wirkt mit dem flachen Design aber deutlich unbeeindruckender. Um den Klang aber nicht einfach als “schwach” abzustempeln, habe ich mir den Lautsprecher einmal nach Hause bestellt und genauer angehört.

Ersteindruck

Äußerlich ähnelt die UE Roll mit der Stoffummantelung sehr den Geschwistermodellen UE Boom und Megaboom. Der Stoff macht den Lautsprecher resistenter gegenüber Kratzern und Schäden durch kleinere Stürze. Dank des wasserabweisenden Gehäuses kann der Lautsprecher sogar unter fließend Wasser von Schmutz befreit werden. Wie auf der Webseite des Herstellers zu sehen ist, kann man die UE Roll auch einfach mal mit in die Dusche nehmen und Musik abspielen, ohne sich Sorgen um die Elektronik im Innern machen zu müssen. Ob der Klang unter der Dusche wirklich Spaß macht, wird sich später im Test zeigen. Mit der dicken Gummischnur an der Rückseite kann man den Lautpsprecher auch an verschiedenen Gegenständen (Stühle, Pfosten, Wandhalterungen) befestigen. Beim Sport wie Volleyball oder Badminton könnte man den Speaker so am Netzpfosten aufhängen und auf Kopfhöhe Musik hören.

Im Gegensatz zu den meisten anderen Lautsprechern in dieser Preisklasse sieht der Logitech verspielt aus, besonders in vielen der erhältlichen Farben erweckt der Speaker nicht gerade den seriösesten Eindruck. Trotzdem ist der Lautsprecher insgesamt hochwertig verarbeitet und aus hochwertigen Materialien gefertigt. Designtechnisch finde ich die Ue Roll nicht allzu sehr gelungen, da das Ganze dann doch zu wenig Stil hat – hier würde ich eher auf ein hochwertigeres Produkt wie den preislich vergleichbaren Sony SRS-X3 oder den Bose SoundLink Mini zurückgreifen.

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Klangqualität

Wie erwartet sind die Bässe zu schwach, um wirklich überzeugen zu können. Dafür ist das Gehäusevolumen der Flunder einfach zu gering. Selbst an den Klang deutlich günstigerer Modelle wie den der Jabra Solemate Mini oder der UE Mini Boom kommt die UE Roll nicht heran. Auch wenn ich den Sound nicht als flach bezeichnen würde, so fehlt vor allem bei geringen Lautstärken das nötige Bassfundament. Bei hohen Lautstärken wiederum wirkt die UE Roll zu angestrengt, um das Musikhören zum Erlebnis zu machen. Ja, für die Dusche könnte die UE Roll ausreichen, besonders da sich Bässe in solch kleinen, abgegrenzten Räumen noch einmal verstärken.

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Auch ein wenig schade ist, dass Logitech bezüglich des omnidirektionalen Klangs hier Rückschritte macht (trotz der 360-Grad-Klang Angabe auf der Webseite). War bei den vorherigen Modellen wie UE Boom oder Megaboom Rundum-Klang geboten, so strahlt die UE Roll nur nach vorne Klang ab. Von hinterer Hörposition erklingt Musik daher deutlich weniger klar und ausgewogen.

Lautstärkemäßig würde ich die UE Roll als akzeptabel, aber nicht gut bezeichen. Die Jabra Solemate Mini oder auch der Denon Envaya Mini klingen hier nochmal ein gutes Stückchen lauter.

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Klanglich hat mich die UE Roll enttäuscht. Auch wenn der Klang nicht per se schlecht ist, so hätte ich für einen Preis von über 100 Euro deutlich mehr erwartet. Ein Denon Envaya Mini oder auch ein JBL Charge 2 klingen hier einfach reifer und liefern auch bei hohen Lautstärken noch kräftige Bässe.

Bedienung

In Sachen Bedienung kann die UE Roll nur wenig Punkte sammeln. Das liegt zum einen daran, dass die Einschalttaste sowie die Pairing-Taste sehr schwer zu betätigen sind und einen außergewöhnlich harten Druckpunkt aufweisen. Zudem sind die gr0ßen Lautstärketasten ein wenig gewöhnungsbedürftig – trotz der großen Fläche kann nur ein daumengr0ßer Teil in der Tastenmitte eingedrückt werden.

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Eine Batterieanzeige, Tasten für die Titelsteuerung oder zum Stummschalten fehlen. Ein wenig nervig ist der laute Piepston beim Erreichen der Maximallautstärke, ansonsten ist beim Aktivieren des Pairing-Modus ein etwas gewöhnungsbedürftiger Ton zu hören – mittlerweile bin ich das von Logitech Geräten bereits gewöhnt.

Die Anschlüsse sind vorbildlich hinter einer Gummikappe versteckt, um sie vor Umwelteinflüssen zu schützen. Verbaut sind hier der standardmäßige Micro-USB-Anschluss sowei ein Audio-Eingang für das Verbinden per Audio-Kabel.

ue roll anschlüsse

Pairing

Das initiale Pairing hat im Test nur mit etwas Geduld funktioniert. Bei den ersten drei Anläufen wurde der Lautsprecher nicht auf dem Smartphone angezeigt, nach einiger Zeit hat es dann allerdings funktioniert. Die Verbindung stand dann auch binnen weniger Sekunden. Leider gibt es keine Multi-Pairing Funktion, sodass man zwischen verschiedenen Endgeräte hin- und herspringen könnte, ohne jedes Mal umständlich die Verbindung kappen zu müssen. Auch eine Stereo-Pairing Option für das Zusammenschließen zweier UE Rolls zu einer Art Stereo-System gibt es nicht. Schade eigentlich.

Akku/Reichweite

Die Akkulaufzeit ist für einen Lautsprecher in dieser Preisklasse in Ordnung, aber nicht hervorragend. Bei geringer Lautstärke (ca. 1/3 der maximalen Lautstärke) hielt der Akku rund 7 Stunden durch, bis er sich von alleine ausschaltete. Das ist ca. 2 Stunden weniger, wie es der Hersteller selbst angibt. Die Bluetooth-Reichweite fiel auf der anderen Seite mit gut 20 Metern auf freier Strecke ganz ordentlich aus und kann mit der größenmäßigen Konkurrenz mithalten.

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Fazit & Empfehlung

Insgesamt konnte mich die Logitech UE Roll nicht überzeugen. Klanglich fehlt einfach das nötige Bassfundament, um Musik wirklich voll und lebendig erklingen zu lassen. Für das gelegentliche Musikhören in der Dusche könnte es möglicherweise reichen, doch anspruchsvolle Audio-Enthusiasten kommen in keinster Weise auf ihre Kosten. Dagegen macht der preislich vergleichbare Denon Envaya Mini eine erhabene Figur. Auch andere Modelle in dieser Preisklasse wie der Bose SoundLink Color oder der JBL Charge 2 würde ich der UE Roll vorziehen. In Sachen Pairing, Akku und Reichweite vollbrachte die UE Roll keine Glanzleistungen. Meinerseits daher keine Kaufempfehlung.

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4.4 von 5 Sternen(115 Rezensionen)

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There are 2 comments

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  1. oluv

    hat es sogar noch für ein befriedigend gereicht? hehe…
    bin auf die neue pill+ gespannt, obwohl ich mir auch da nicht allzuviel davon verspreche.


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