Jabra Solemate Mini im Test: Klangperformance im Mini-Format?

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Mittlerweile haben immer mehr Lautsprecher Hersteller erkannt, dass Nutzer unterschiedliche Ansprüche an die kabellosen Bluetooth-Boxen stellen. Während sich mancher Anwender einen größeren Lautsprecher für den stationären Einsatz ins Wohnzimmer holt, wünschen andere eine portable Mini-Box im handlichen Format für den mobilen Einsatz beim Sport oder Reisen. So ist auch Jabra auf den Zug aufgesprungen und hat knapp ein Jahr nach der Einführung der Jabra Solemate zwei weitere Varianten auf den Markt gebracht: Die Solemate Max und die Solemate Mini.

Nachdem ich bereits vor einigen Monaten das Vergnügen hatte, die Jabra Solemate auszutesten, bot sich mir nun die Gelegenheit die Mini-Variante über mehrere Tage hinweg genauer unter die Lupe zu nehmen. Mit einem Preis von rund 65 Euro muss sich der Winzling den Konkurrenten Logitech UE Mini Boom, der Mini Jambox sowie dem JBL Flip 2 stellen, dessen Preis sich mittlerweile bei 75 Euro eingependelt hat. Die mittelgroße Solemate liegt derzeit bei ca. 100 Euro.

Ersteindruck

Wie der Name „Solemate“ bereits suggeriert, ähnelt das Design mit seiner geriffelten Unterseite dem Profil eines Turnschuhs. Genau wie beim Brudermodell ist alles sauber verarbeitet und der Korpus aus Hartgummi und Metall wirkt wie aus einem Guss. Insgesamt macht die Solemate Mini einen hochwertigen, stabilen Eindruck und ich könnte mir vorstellen, dass sie auch stärkere Stöße abfängt. Die Mini Jambox gefällt mir mit ihrem industriellen, metalligen Design noch ein wenig besser, dafür ist diese aber nicht so gut gegen Umwelteinflüsse gewappnet.

Laut Hersteller ist der Lautsprecher spritzwassergeschützt und damit ideal, um im Sommer an den See mitgenommen zu werden. Ich habe den Klangzwerg zum Test für einige Sekunden unter den Wasserhahn gehalten –und die Musik lief auch danach noch weiter. Größentechnisch liegt die Solemate Mini im soliden Mittelfeld. Sie ist zwar keine dünne Flunder wie die Mini Jambox, dafür ist sie eine Fingerbreite dünner wie die UE Mini Boom von Logitech. So hat sie gerade noch in meine Jackentasche gepasst.

Im Lieferumfang sind ein Micro-USB-Kabel, ein 3,5mm Audiokabel und eine Kurzanleitung enthalten. (Das Audiokabel befindet sich an der Unterseite des Lautsprechers).

Bedienung

Bereits bei der Inbetriebnahme zeigt sich die Bedienung als kniffelig. Der Ein-/Aus-Schalter ist so tief ins Gehäuse eingelassen, dass man stabile Fingernägel braucht, um ihn zu betätigen.

Ansonsten beschränkt sich die Bedienung auf drei weitere Tasten: Lauter, leiser und eine Multifunktionstaste. Über diese lässt sich auch der Pairing Modus aktivieren, was anfangs leider nicht wirklich ersichtlich ist. So musste ich erst einmal einen ausgiebigen Blick in die Anleitung werfen. Eingehende Anrufe kann man ebenfalls über diese Taste annehmen. Im Test hat die Freisprechfunktion prima funktioniert und mein Gegenüber nahm nicht einmal war, dass ich „auf Lautsprecher“ geschaltet hatte. Die Sprachverständlichkeit war überzeugend.

Etwas irritierend ist, dass die Box beim ersten Anschalten beginnt, los zu quatschen. Die englischen Sprachansagen der Solemate Mini sind zwar hilfreich, jedoch sind sie in einer solchen Lautstärke gehalten, dass es auf Dauer wirklich nervt. Man kann sie folgendermaßen ausstellen: Solemate ausschalten, Solemate einschalten, „Leiser-Taste“ gedrückt halten. Um die Ansagen wieder einzuschalten, wiederholt man den Vorgang mit der „Lauter-Taste“.

Was ich ein bisschen schade finde, ist, dass es keine Anzeige zum aktuellen Akkustand gibt.  Am nervigsten ist die jedoch Lautstärkeabstufung. Diese lässt sich in nur sieben grobe Level unterteilen. Damit ist die unterste Stufe für ruhige Hintergrundmusik bereits viel zu laut. Hoffentlich wird Jabra das mit zukünftigen Updates regeln. Für manche wird das bereits ein Ausschlusskriterium sein.

Pairing

Im Test war die Bluetooth-Verbindung schnell hergestellt. Direkt nach dem Einschalten des Lautsprechers wurde die Solemate Mini auf dem Smartphone angezeigt und konnte ausgewählt werden.

Zusätzlich gibt es eine NFC Funktion (Fear Field Communication). Die Verbindung wird hier hergestellt, indem das Smartphone an das linke Seite des Gehäuses gehalten wird. Zeitgemäße Lautsprecher bieten oft die Verbindung mit mehreren Endgeräten, etwa einem Laptop und Smartphone. Die Solemate Mini verfügt leider nicht über diese Funktion.

Reichweite/Akku

Die Reichweite ist in Ordnung. Auf gerader Strecke schafft sie gut 20 Meter. Auch durch eine 20cm dicke Steinwand hindurch bleibt sie bestehen. Erste also ich mich ins zweite Nebenzimmer bewegte (zwei dicke Steinwände liegen dazwischen), reist die Verbindung ab. Damit ist sie in etwa auf dem selben Niveau wie auch die UE Mini Boom von Logitech. Die Akkulaufzeit gibt der Hersteller mit 8 Stunden an. Im Test kam ich bei leiser Lautstärke auf ca. 7 Stunden, bei mittlerer Lautstärke waren knapp 6 Stunden möglich.

Klangqualität

Die Solemate Mini verfügt über zwei nach vorne gerichtete Passivradiatoren, die laut Hersteller für „leistungsstarken, satten Sound“ sorgen sollen. Beim ersten Probe hören zeigen sich dann die Qualitäten: Die Bässe erklingen wie erwartet etwas schwachbrüstig –doch das schaffen andere Lautsprecher in dieser Preisklasse wie etwa der UE Mini Boom oder die Mini Jambox auch nicht viel besser. Lediglich die Bässe der Mini Jambox reichen etwas tiefer (bis ca. 100 Hz), während die Solemate Mini bereits bei 110 Hz abriegelt. Wer auf einigermaßen seriöse Bässe Wert legt, sollte sich einmal den nur minimal teureren Denon Envaya Mini genauer ansehen.

Instrumentalmusik und hochgetonte Trompetensoli klingen ausgeglichen, sind allerdings nicht so klar wie bei der Jambox Mini. Die UE Mini Boom von Logitech kann mit ihren Höhen gar nicht überzeugen, Musik klingt vergleichsweise dumpf und wird zum Mischmasch. Ein Stereo-Effekt wie bei der Mini Jambox lässt sich leider nicht raus hören. Doch was mich bei der Solemate Mini am meisten stört ist ein leises Grundrauschen, das sich vor allem in den Sprechpausen bei Hörbüchern bemerkbar macht. Das sollte bei einem Preis von 65 Euro wirklich nicht sein.

Bei der Maximallautstärke kann die kleine Solemate Punkte sammeln. So spielt Sie Musik ein gutes Viertel lauter ab wie die Mini Jambox, und das ohne zu verzerren. Die Logitech UE Boom ist in Sachen Lautstärke immer noch der Spitzenreiter. Doch für das Beschallen einer kleinen WG-Party sollte die Mini Solemate ausreichen.

Fazit

Was ist abschließen zu sagen? Wer unbedingt eine winzige, portable Bluetooth Box sucht, dem würde ich anstatt der Solemate Mini die Jambox Mini empfehlen. Diese ist nur halb so groß (sie passt locker in eine Jackentasche) und liefert dafür einen genauso kräftigen,und noch klareren Sound. Zwar ist sie vergleichsweise leise, doch für angenehme Hintergrundmusik kann sie gut sogen. Bei wem es auf die minimal Maße nicht ankommt, der sollte sich unbedingt die nur etwas teureren Denon Envaya Mini oder den teureren Bose SoundLink Mini ansehen.

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4.2 von 5 Sternen(416 Rezensionen)

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