Logitech X300 im Praxistest

Mini-Lautsprecher sind praktisch, da sie unterwegs für musikalische Untermalung sorgen. So gibt es im unteren Preissegment dutzende Modelle, die bekanntesten darunter sind die mobile Boombox von Logitech, die Mini Jambox, JBL Flip 2 oder die Jabra Solemate Mini. Doch dann gibt es noch eine Reihe nicht so bekannter Lautsprecher – dazu zählt auch der Logitech X300. Mit nur sechs Kundenrezensionen auf Amazon gehört er wohl zu den weniger populären Produkten. Ich war neugierig zu erfahren, ob die kleine Box einfach nichts taugt oder nur unzureichend vermarktet wurde. So habe ich beim Hersteller direkt nach einem Testexemplar angefragt. Weniger Tage später nahm ich das Gerät dann an der Haustüre in Empfang.

Ersteindruck

Nach dem ersten Auspacken fielen mir direkt ein paar kleine Makel am Gehäuse auf. Die Gummierung bildet bei den Anschlüssen eine kleine Erhebung und an der Vorderseite bemerkte ich unsaubere Kanten. Generell fühlt sich das Teil wenig hochwertig an. Der Eindruck entsteht durch den billigen, verwendeten Gummi in Kombination mit dem leichten Gewicht.

Auch die Tasten sind lieblos verarbeitet und man muss schon recht kräftig drücken, um die Lautstärke zu ändern oder das Pairing zu aktivieren. Den Anschalt-Knopf musste ich erste einmal suchen, bis ich ihn an der Gehäuse Rückseite schließlich fand. Hier kann ich beim besten Willen keinen Pluspunkte verteilen.

Bedienung

Zus Bedienung gibt es eigentlich nicht viel zu sagen. Diese besteht lediglich aus drei Tasten, ähnlich wie beim Outdoor-Lautsprecher Fugoo Sport, den ich erste vor ein paar Tagen getestet habe. Da wären die Tasten leiser, lauter, Play/Stop/Pairing.

Zum Annehmen von Telefonaten gibt es eine Freisprechfunktion. Im Test bekam ich vom Gegenüber aufgrund des mäßigen Mikrofons immer wieder zu hören „Bin ich auf Lautsprecher?“. Die Benutzung kann ich daher nur bedingt empfehlen. Zum nächsten Titel springen kann man am Lautsprecher selbst nicht. Positiv ist, dass die Lautstärke mit dem jeweiligen Zuspieler –in den meisten Fällen wohl ein Smartphone– angeglichen wird.

Pairing und Reichweite

Das Pairing hat problemlos funktioniert. Lautsprecher einschalten, Bluetooth auf dem Smartphone aktivieren und den X300 auswählen –schon steht die Verbindung. Bei der Bluetooth-Reichweite kam ich auf gute zehn Meter, also genau wie in der Produktbeschreibung angegeben. Darüber hinaus gab es immer wieder kleine Aussetzer. Durch die Steinwand zum Nebenzimmer kam das Signal nicht durch. Der kleine Lautsprecher spielte bei mittlerer Lautstärke rund 4 Stunden, im Vergleich zu anderen Modellen der Preisklasse keine besonders hoher Wert. Der UE Mini Boom von Logitech schafft mehr als das Doppelte.

Klangqualität

Nun aber zum wichtigsten Punkt, dem Klang. Hier war ich doch sehr gespannt, wie mir der Sound wohl entgegen strömen würde. Auf der Hersteller Seite ist die Rede von „sattem, kinoähnlichem Sound mit tiefer, präziser Bassresonanz und klaren Mitten und Höhen.“

Das kann ich nicht bestätigen. Die klaren Höhen sind zwar vorhanden, von einer „tiefen, präzisen Bassresonanz“ kann aber nicht die Rede sein. Beim Abspielen von Musik und Hörbüchern fehlt hier einfach das druckvolle Bassfundament. Im direkten Vergleich mit ähnlichen Produkten, etwa dem Envaya Mini, wird das sehr deutlich. Dieser klingt deutlich reifer, ausgewogener, räumlicher. Zusätzlich erklingt Musik in Stereo, was der länglichen Bauform zu verdanken ist. Der UE Mini Boom klingt recht ähnlich, ertönt jedoch ein wenig ausgeglichener und hat klarerer Höhen.

Insgesamt erinnert mich der Klang des X300 etwas an die alten Blechradiokisten. Ich bin mir nicht sicher, wer die Marketing Slogans in der Produktbeschreibung verfasst hat, aber Worte wie „kinoähnlicher Sound“ oder „mächtiger Druck“ sind hier maßlos übertrieben. Die gemessene Maximallautstärke beträgt 90,5 Dezibel. Damit ist der X300 genau so laut wie der SoundLink Mini. Bei diesem Pegel treten die Bässe noch mehr in den Hintergrund und der Lautsprecher beginnt zu übersteuern. Ein bisschen nervig finde ich den lauten Piepston beim Erreichen der maximalen Lautstärke.

Dank der leicht angehobenen Lautsprecher Chassis strömt Musik in einem leicht nach oben geneigten Winkel heraus. Das macht Sinn, befindet man sich doch oftmals oberhalb des Lautsprechers, etwa beim Arbeiten am Schreibtisch oder beim Kochen in der Küche. Auf omnidirektionaler Abstrahlung, wie es beim Fugoo Sport oder UE Boom der Fall ist, muss hier verzichtet werden. Nähert man sich dem Lautsprecher von der Seite, klingt Musik weniger klar und verliert an Dynamik.

Fazit

Ich selbst kann den Logitech X300 aufgrund verschiedener Faktoren nicht empfehlen. Die Verarbeitung ist lieblos, das tiefe Bassfundament fehlt und mit einer Akkulaufzeit von nur 4 Stunden wird man im alltäglichen Einsatz nicht weit kommen. Auch in Sachen Bluetooth-Reichweite kann der X300 nicht beeindrucken.

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4.0 von 5 Sternen(22 Rezensionen)

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