Sony X33 im Test: Fortschritt oder Rücktritt?

Vor einigen Monaten hatte ich den Sony SRS-X3 einem ausführlichen Praxistest unterzogen. Dabei klang der Speaker bei niedrigen Lautstärken erstaunlich gut und machte besonders bei leiser Hintergrundberieselung eine gute Figur – ab halber Lautstärke war der Lautsprecher allerdings aufgrund der zurückgenommenen Bässe und des stark komprimierten Klangs kaum noch zu gebrauchen. Auch von der Ausstattung und der Akkulaufzeit hatte ich mir mehr erhofft. Nun hat Sony eine überarbeitete Version vorgestellt: den Sony SRS-X33. Laut Hersteller hat der Neue eine Akkulaufzeit von 12 Stunden (statt 7), unterstützt die von Sony eingeführte Datenübertragung LDAC und ist in der Große deutlich geschrumpft. Ob Sony auch klanglich etwas verändert hat und auf die Kritik seitens Leser eingegangen ist, wollte ich genauer wissen. So habe ich mir den Bluetooth-Speaker online bestellt und an die Haustüre liefern lassen.

Ersteindruck

Rein äußerlich hat sich im Vergleich zum Vorgänger kaum etwas geändert. Das Design und die Bauform sind nahezu identisch, lediglich das Gehäuse ist schätzungsweise um ein Viertel geschrumpft und die „Audio-In-Taste“ an der Oberseite ist verschwunden (der Lautsprecher schaltet nun automatisch um, sobald er mit einem AUX-Kabel verbunden wird). Ansonsten hat Sony alles beim Alten gelassen. Es scheint ein wenig so, als wolle Sony die Größe anderen Modellen wie dem SoundLink Mini 2 von Bose oder dem Envaya Mini angleichen um wettbewerbsfähig zu bleiben. Damit passt der X-33 nun genau wie der Bose SoundLink Mini 2 gerade noch in meine Jackentasche.

Sony X336

Insgesamt finde ich das Design sehr gelungen, es ist minimalistisch und elegant zugleich. Mit der gummierten Oberfläche wirkt der schmale Lautsprecher zudem robust und man kann die Box auch mal mit nassen Händen anfassen, ohne Angst haben zu müssen dass Wasser ins Innere vordringt. Warum Sony hier nicht den Schritt zu einem komplett spritzwassergeschützten Gehäuse gemacht hat, kann ich nicht ganz nachvollziehen. Andere Hersteller bekommen das bei Ihren Modellen wie der UE Boom oder dem JBL Charge 2 ja auch hin und man hätte lediglich noch eine kleine Gummikappe vor die Anschlüsse montieren müssen. Kritisieren könnte man, dass die gummierte Oberfläche Staub und Schmutz anzieht.

Sony X3310

In der schwarzen Variante sollte sich der X33 unauffällig in die heimische Wohnlandschaft einfügen. Mit einem Gewicht von rund 730 Gramm und dem schmalen Gehäuse liegt der X33 zudem gut in der Hand, hinterlässt allerdings keinen Premium-Eindruck wie etwa die stylischen Bose-Geräte mit ihrem silbernen Aluminium-Gehäuse. Dafür wirken die Unterseite aus Plastik sowie die sechs Standfüße einfach zu billig und man hat den Eindruck, als würden sie nach ein paar Monaten Einsatz bereits abfallen.

Im Lieferumfang sind neben dem Lautsprecher noch ein Micro-USB-Kabel, ein USB-Netzteil-Adapter für das Laden an der Steckdose sowie der standardmäßie Quick-Start-Guide vorhanden. Eine stationäre Ladestation wie beim Bose SoundLink Mini 2 wäre noch schön gewesen.

Klangqualität

Beim ersten Probe hören steigt ein erstaunlich breiter, natürlicher Klang in die Ohren. Man ist überrascht, welch tiefe, druckvolle Bässe aus dem kleinen Gehäuse dringen und wie Sony es geschafft hat, die beiden Passivstrahler hier unterzubringen. Das Klangbild ist schön ausgeglichen, und es gibt keine überdominanten Bässe oder stechenden Höhen – alles steht in einem gesunden Verhältnis. Vor allem aber schafft es der Sony X33, einen gewissen Stereo-Effekt zu erzeugen. Platziert man den Lautsprecher ca. 1 Meter weit entfernt vor einen, so ist der Effekt am eindrucksvollsten, und man könnte tatsächlich meinen, zwei Lautsprecher vor sich stehen zu haben. Verstärkt wird dieser Effekt noch durch die „Sound-Taste“, die den Klang noch räumlicher macht. Hier kann selbst der Denon Envaya Mini nicht mehr mithalten. Bei seitlichem Hörwinkel legt sich dieser Klangeffekt dann wieder.

Sehr angenehm sind die Bässe des Sony X33. Diese spielen nicht nur ähnlich tief wie die des Bose SoundLink Mini, sondern auch druckvoll und mit Punch. Auch bei niedriger Lautstärke ist noch genug Bassfundament vorhanden, um den Klang nicht flach und leblos wirken zu lassen. Da ich selbst regelmäßig beim Arbeiten leiser Hintergrundmusik lausche, sind voluminöse Bässe bei geringen Lautstärken essentiell. Besonders kleine Büros könnte ich mir als Einsatzzweck für den X33 gut vorstellen.

Bei hohen Lautstärken wird es dann allerdings problematisch. Genau wie beim Vorgänger werden die Bässe bereits ab halber Lautstärke stark zurückgenommen und es fehlt der Musik hier an Kraft und Dynamik – kein Vergleich zum preislich vergleichbaren JBL 2+, der selbst bei maximaler Lautstärke noch kräftige Bässe produziert. Bei voller Lautstärke ist der Klang des X33 kaum noch zu gebrauchen, die Bässe sind so flach, dass das Musik hören hier keinen Spaß mehr macht und Lieder nur noch angestrengt klingen. Schade, ich hätte mir sehr gewünscht, dass Sony hier nachbessert und die Bässe nun bis in die oberen Etagen bringt. Wer einen Lautsprecher für kleinere Veranstaltungen oder den Außenbereich sucht, der sollte demnach anderswo nachsehen.

Wer die Bässe noch etwas pushen möchte, der kann den X33 direkt an der Wand aufstellen. Im Gegensatz zu so manch anderen Lautsprechern wie dem SoundLink Mini 2 oder dem JBL Xtreme, sind hier keine unangenehmen Dröhneffekte zu hören. Alternativ kann man auch mit dem Equalizer am Handy ein wenig nachregeln.

Man sollte sich beim X33 darüber bewusst sein, dass der Klang wie bei den meisten anderen Lautsprechern von axialer Hörposition aus am besten klingt. Sobald man sich seitlich zum Lautsprecher hinbewegt oder sich hinter den Lautsprecher stellt, so wirkt der Klang dadurch weniger klar und kann teilweise eine leicht dumpfe Note erhalten. Es ist aber alles noch im Rahmen und man muss keine bösen Überraschungen fürchten.

Sony X332

Insgesamt bin ich ein wenig enttäuscht, dass Sony fast ein Jahr nach der Einführung des X3 nicht mehr am Klang geändert hat und auf die Kritiken diverser Online-Fachjournale eingegangen ist. Zwar lässt der X33 die meisten anderen portablen Bluetooth-Lautsprecher bei niedrigen bis mittleren Lautstärken alt aussehen, doch der Sound ab halber Lautstärke ist fast schon ein wenig peinlich. Wer den Lautsprecher nur für Hintergrundberieslung will, der könnte mit dem X33 durchaus zufrieden sein.

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4.2 von 5 Sternen(96 Rezensionen)

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Pairing

Das standardmäßige Verbinden von Smartphone und Lautsprecher funktionierte im Test problemlos. Einfach den Lautsprecher einschalten, Bluetooth-Taste drücken, Bluetooth-Modus am Smartphone aktivieren und den Sony X33 auswähle. Schon steht die Verbindung.

Sony X33 Pairing

Ein wenig schade ist hierbei, dass sich der X33 immer nur mit dem letzten Zuspieler verbindet. Hatte ich also zuletzt mein Laptop mit dem Lautsprecher gekoppelt und möchte nun mein iPhone mit dem Speaker verbinden, so muss ich hier manuell nachhelfen. Bose hat das bereits besser geregelt und sobald der letzte Musikzuspieler nicht gefunden wird, wird die Kopplung mit dem nächsten Zuspieler versucht.

Beim alten Sony X3 hatte ich bereits die mangelnde Multi-Pairing Funktion kritisiert – leider ist auch in der neuen Version kein Multi-Pairing möglich. Will ich also mehrere Geräte gleichzeitig mit dem Lautsprecher verbinden ohne umständlich die Verbindung kappen und wiederherstellen zu müssen, so ist das nicht möglich. Schade eigentlich, das bekommen mittlerweile selbst deutlich günstigere Modelle hin. Auch eine Stereo-Funktion für das Zusammenschließen zweier Sony X33 zu einer Art Stereo-Anlage wäre noch schön gewesen und sollte für den Preis von knapp 130 Euro integriert sein.

Laut Sony ist nun der Standard LDAC integriert, der für eine noch bessere Musikübertragung sorgen soll. Dass Sony hier sein eigenes Süppchen kocht und nicht auf AptX wie die meisten anderen Hersteller setzt, finde ich ein wenig fragwürdig, denn bisher wird LDAC nur von Sony-Playern unterstützt und es ist fraglich, ob das überhaupt etwas für hochauflösendes Material bringt. Positiv ist, dass NFC sowie eine Freisprechfunktion mit an Bord sind.

Bedienung

Die Signaltöne des Sony X33 sind angenehm leise und unauffällig. Lediglich der Piepston beim  Einschalten des Pairing-Modus könnte ein wenig nerviger sein. Glücklicherweise gibt es keine überkreativen Einschalttöne wie beim JBL Xtreme oder der Logitech UE Megaboom. Bisher war ich auch kein Freund von Sprachansagen, Bose hat das mit dem SoundLink Mini 2 allerdings sehr vorbildlich gelöst und eine Frauenstimme sagt so zum Beispiel die Akkulaufzeit bzw. den aktuell verbundenen Musikzuspieler an oder ermöglicht das Springen durch eine Liste von Zuspielern.

Gut gefällt mir, dass sich die Lautstärke schön präzise einstellen lässt. Waren es beim Vorgänger nur 15 Lautstärkeabstufungen, so sind es nun ganze 30. Bei niedriger Lautstärke sind die Lautstärkesprünge schön gering, sodass man nach Bedarf feinjustieren kann – im Gegensatz zum JBL Charge 2+, bei dem sich die Lautstärke bei den unteren 3-4 Stufen teilweise verdoppelt.

Auch erfreulich ist, dass die Lautstärke nun mit dem jeweiligen Zuspieler synchronisiert wird (bei IOS-Geräten jedenfalls. Beim Sony X3 kam es teilweise zu unterschiedlichen Klangeinstellungen, wenn die Lautstärke am Lautsprecher und dem Smartphone separat geregelt wurde. Das ist mit der einheitlichen Masterlautstärke nun vorbei.

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An der Oberseite des Lautsprechers befinden sich die sechs Tasten „leiser“, „lauter“, „ein-/ ausschalten“, „Bluetooth aktivieren“, „Freisprechtaste“ sowie die „Sound-Wundertaste“. Gesonderte Tasten für die Steuerung der Musik gibt es leider nicht. Auch per Tastenkombination kann man nicht zum nächsten bzw. vorherigen Lied springen. Hier muss jeder Nutzer selbst entscheiden, wie wichtig ihm dieses Feature ist. Ich persönlich habe den Lautsprecher oft direkt neben mir stehen und bevorzuge die Bedienung an diesem selbst, wenn mein Handy tief in der Hosentasche vergraben ist.

An der Rückseite befinden sich ein Micro-USB und ein Audio-In Anschluss.

Sony x33 anschlüsse

Akku/Reichweite

Laut Sony beträgt die standardmäßige Ladezeit rund 5 Stunden. Im Test war der Lautsprecher bereits ab 3-4 Stunden voll geladen (währenddessen kann keine Musik gehört werden). So lange dauert das auch bei der Konkurrenz wie dem Bose SoundLink Mini 2 oder dem JBL Charge 2+. Eine stationäre Ladeschale wäre noch schön gewesen, so müsst ich nicht immer zuerst das Ladekabel suchen bzw. hinter der Kommode hervor kramen.

Ein wenig nervig ist, dass sich Sony X33 genau wie beim Vorgänger bei geringem Akkustand die Lautstärke auf die Hälfte heruntergestuft wird. Diese kann auch nicht manuell wieder hoch gesetzt werden. Ich finde das ein wenig ärgerlich, denn bei Anlässen wie zum Beispiel einer kleinen Feier oder dem Sport im Freien ist ein Bluetooth-Lautsprecher mit niedriger Lautstärke kaum zu gebrauchen.

Von der Akkulaufzeit war ich ein wenig enttäuscht. Der Lautsprecher hielt bei voller Lautstärke rund 1:30 Minuten durch, bevor die Lautstärke auf die Hälfte reduziert wurde, und dann rund 2 weitere Stunden durchihielt, bis er sich nach rund 3,5 Stunden komplett ausschaltete. Mit der Akkulaufzeit des JBL Charge 2+ oder Bose SoundLink Mini 2 kann der X33 damit nicht mithalten.

Die Bluetooth-Reichweite hingegen machte im Test einen sehr guten Eindruck und hielt beinahe 25 Meter unter freiem Himmel.

Fazit & Empfehlung

Der Sony X33 gehört genau wie der Vorgänger zu besten Lautsprechern für leise bis mittlere Lautstärken. Er klingt untenrum voluminös, natürlich und schafft es, einen gewissen Stereo-Effekt zu erzeugen. Hier können selbst andere Bluetooth-Boxen wie der Denon Envaya Mini oder der JBL Charge 2+ nicht mithalten. Sobald man den Speaker allerdings über diese Lautstärke aufdreht, wird man enttäuscht sein, da die Bässe zu stark in den Hintergrund treten und viel Komprimierung angewandt wird – kein Vergleich zum Charge 2+, der Musik selbst in den oberen Etagen mit Kraft abspielt. Das Design des X33 ist sehr ansprechend und bis auf die Unterseite gut verarbeitet, man hätte dem Speaker auch noch einen Spritzwasserschutz verpassen können.

Einige Dinge hat Sony gegenüber dem Vorgänger verbessert: die Bedienoberfläche ist noch ein wenig intuitiver gestaltet, die Lautstärke wurde mit dem Musikzuspieler synchronisiert und die LDAC Technik wurde eingeführt, die in der Praxis allerdings wenig Nutzen bietet. Auch ist es etwas schade, dass Sony immer noch kein Multi- und Stereo-Pairing verbaut hat, das bieten mittlerweile selbst deutlich günstigere Modelle. Auch in Sachen Akkulaufzeit hätte ich mir etwas mehr erhofft.

Insgesamt ist der Sony X33 für niedrige Lautstärken sehr zu empfehlen und als Einsatzzweck könnte ich mir das heimische Wohnzimmer oder auch kleine Büros gut vorstellen. Wer allerdings auch mal auf hohen Lautstärken Musik hören will, der sollte anderswo nachsehen. Der JBL Charge 2+ oder auch der große JBL Xtreme sind an dieser Stelle zu empfehlen.

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There are 10 comments

Add yours
  1. Tim

    Sony hat sich schon in den 80er jahren einen Dreck um die meinung seiner Kunden und Verbesserungsvorschläge geschert. Man ist dort in Tokio immun gegen verbesserungen und behält die Fehler konsequent bei. Ist schon bei Handys die letzten jahre so gewesen, und der Scheiß laden tut alles, um in den nächsten fünf Jahren von der Bildfläche zu verschwinden.

    PS: du beschäftigst dich mit kompakter Technologie und benutzt noch ein Apfel Smartphone? Mein Beileid, bei all den überlegen Android Traumgeräten da draußen….

  2. Ben

    Hallo, habe mir den Sony x33 ebenfalls mal im MediaMarkt angehört und die gleiche Erfahrung gemacht: bei geringen Lautstärken super, doch sobald man über die Hälfte aufdreht, kommt basstechnisch nicht mehr allzu viel rüber. Super Testbericht, danke. Grüße

    • Philipp

      Ja, das ist wirklich schade, dass Sony hier den Klang nicht bis in die oberen Lautstärken linear abstimmt. Vielleicht beim nächsten Update dann…

      • Ben

        Das wäre dann der Sony X333.. haha;) Sony sollte sich generell mal mehr Gedanken über die Namen der Lautsprecher machen. “Sony SRS-X33” lässt sich ja fast nicht aussprechern ;p

  3. Dennis

    Hi Phillip
    Wirst du einen testbericht über den teufel rockster xs rausbringen und glaubst du,das er ein Konkurrent für den jbl charge 2+ oder für den bose soundlink mini 2 ist?

  4. Philipp

    Hallo Dennis, ich werde mir den Teufel Rockster XS definitiv einmal genauer sehen. Wann kann ich noch nicht genau sagen. Viele Grüße

  5. Frank Kausw

    Hi,

    Habe mir auch einen SRS-X33 zugelegt. Ich gehöre zu den Leise-Hörern und bin somit klanglich verzückt. Habe mir schon sehr viele BT Boxen angeguckt, auch dieses Soundlink II von BOSE, die ich jedoch für viel zu basslastig halte. Was mich nervt, jedoch ist die fehlende Stereo Pairing Option. Das ist ein Muss Have(!) und daher muss ich wohl noch was warten. Weil weder die SRS-XB3 oder die SRS-XB2 an die X33 ran reicht. Von Teufel bin ich nach der BT Baster erstmal kuriert.

  6. Frank Kausw

    Nachtrag:

    Habe den Speaker über Nacht geladen und heute bin ich mehr ganz so zufrieden, wie ich es gestern noch glaubte zu sein und kann mich den Klangbild-Beschreibungen meiner Vorredner nur anschließen. Woran das liegt, dass es heute schlechter klingt (Bässe wummern bei lauteren Passagen) entzieht sich mir leider. Jedoch werde ich mit der X33 weiter leben, da es für mich noch keine richtige Alternative gibt. BOSE ist (wie gesagt ) -nach meinem Empfindungen- zu basslastig. Wenn die Teile mehr Bumms haben sollen, werden sie groß und schwer und somit unhandlich. Also für mich, wurde die richtig BT-Box noch nicht entwickelt.


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