EasyAcc Olive im Test

Mit einem Preis von rund 20,- Euro gehört der EasyAcc zu den günstigsten Bluetooth-Speakern, die momentan erhältlich sind. Leider hat uns dieser Speaker klanglich nicht ganz überzeugen können – dafür überrascht der Olive mit einigen unerwarteten Zusatzfeatures.

Design

Der EasyACC besteht fast vollständig aus schwarzem Hartplastik, mit Absetzungen in wahlweise blau und orange, lediglich das Lautsprechergitter an der Vorderseite der Box ist aus lackiertem Metall. Das sieht nicht nur billig aus, sondern fühlt sich auch so an. Hinzu kommt die wenig hochwertige Verarbeitung: die Bedienelemente sind schlecht in die Aussparungen eingepasst und irgendwo im Inneren unseres Testgeräts klappert es vernehmlich. Dort blinkt auch eine LED im Dauerbetrieb – in dunklen Zimmern durchaus nervig. Der ebenso günstige MS425 von August etwa ist da schon weitaus hochwertiger verarbeitet.

Mobilität

Mit einem Gewicht von 240 Gramm ist der EasyAcc für seine Größe (etwa 21×7 Zentimeter) relativ leicht – Plastik wiegt nun einmal nicht viel – und eignet sich folglich gut, um mit nach Draußen genommen zu werden, auch wenn der MS425 von August und die Mobile Boombox von UE zeigen, dass es sogar noch kompakter geht.

In unserem Test hat sich der Speaker erstaunlich robust gezeigt – selbst Stürze machen ihm nicht viel aus. Der EasyAcc wird mit einem handelsüblichen Handyakku betrieben, der in etwa drei Stunden über das mitgelieferte USB-Kabel geladen wird. Der Hersteller gibt die Laufzeit des Akkus mit bis zu drei Stunden an – in unserem Test lief der EasyAcc bei Betrieb im Bluetooth-Modus zwar auch nach sieben Stunden noch weiter, dennoch ein im Vergleich mit anderen Bluetooth-Boxen eher unterdurchschnittlicher Wert.

Verbindung

Der Olive von EasyAcc ist ein wahrer Allrounder – so viele Anschlussmöglichkeiten wie er bietet sonst kaum ein Bluetooth-Speaker, schon gar nicht in dieser Preisklasse. Zunächst lässt sich jedes Smartphone natürlich über Bluetooth mit dem Speaker verbinden – das funktioniert auch hervorragend.

Die Verbindung reicht im Freien rund acht Meter weit – nicht gerade viel, bietet die UE Mobile Boombox etwa eine Reichweite von 15 Metern und der Creative D100 von satten 20 Metern. Den Standard NFC (Near Field Communication) unterstützt der Olive nicht, dafür kann er manuell mit einem Audiokabel an ein Abspielgerät angeschlossen werden.

Darüber hinaus bietet der EasyAcc eine Besonderheit: MP3-Dateien lassen sich auch direkt von einem USB-Stick oder einer MicroSD-Karte abspielen. Diese werden einfach in den entsprechenden Slot an der Rückseite des Geräts gesteckt, schon erkennt der Speaker die Audiofiles und spielt sie ab.

Bedienung

Über einen kleinen, etwas versteckt neben den Anschlüssen angebrachten Schalter wird der EasyAcc eingeschaltet. Alle anderen Bedienelemente sind besser erreichbar an der Oberseite des Speakers angebracht. Doch leider haben auch sie so ihre Tücken. So sind zwei Tasten sind jeweils doppelt belegt: sie steuern die Lautstärke und dienen gleichzeitig zum Vor- und Zurückspringen innerhalb der Wiedergabeliste. Diese Doppelbelegung ist leider sehr unglücklich gewählt und führt allzu oft dazu, dass man, anstatt die Lautstärke zu regulieren, versehentlich den nächsten Titel anwählt – einfach nur nervig!

Hat man Smartphone und EasyAcc via Bluetooth miteinander verbunden, wird der Speaker zur Freisprecheinrichtung. Die Sprachqualität ist dabei akzeptabel – weit entfernen sollte man sich vom im Speaker eingebauten Mikrofon allerdings nicht, sonst versteht einen der Gesprächspartner nicht mehr. Außerdem  verfügt der Speaker über ein integriertes FM-Radio, das qualitativ jedoch nicht mehr ist als ein nicht allzu ernst zu nehmender Gimmick.

Klangqualität

Nach dem Koppeln von Speaker und Smartphone über Bluetooth fällt uns zunächst Eines unangenehm auf: ein leises, aber penetrantes Grundrauschen dringt aus der Box und bleibt auch beim Abspielen von Musik stets im Hintergrund leise hörbar. Gerade bei leisen Musikpassagen ist dies äußerst störend – ein Problem, das wir etwa beim ebenso günstigen August MS425 so nicht hatten.

Auch sonst kann uns der EasyAcc klanglich kaum überzeugen. Tiefe Töne werden nur unzureichend dargestellt – andere kompakte Speaker, wie der Mini Boom von UE sind verglichen mit dem EasyAcc wahre Bass-Wunder. Die fast vollständige Abwesenheit von Bässen führt dazu, dass der Klang des EasyAcc blechern und hohl klingt. Dem Speaker fehlt jegliche Dynamik, anspruchsvolle Musik lässt sich so kaum genießen.

Der EasyAcc erlaubt sehr hohe Lautstärken – ausreizen sollte man das allerdings nicht. Denn mit zunehmender Lautstärke verzerrt der Sound immer mehr, bis er schließlich unerträglich wird und der ganze Speaker unangenehm zu vibrieren beginnt. Dieses Problem haben andere günstige Speaker aber ebenfalls, wer partytauglichen Sound wünscht, muss leider etwas tiefer in die Tasche greifen.

Unser Fazit

Der EasyAcc Olive will vieles können – wird aber leider seinen eigenen Ansprüchen nur unzureichend gerecht. Zugegeben, der kleine Speaker ist ein Allround-Talent, er kann nicht nur Musik vom Smartphone abspielen, sondern auch von MicroSD und USB, außerdem versteckt er in seinem Inneren eine Freisprecheinrichtung und ein FM-Radio. Bei einem Preis von rund 20 Euro könnte man auch über die wenig hochwertige Verarbeitung durchaus hinweg sehen – klangtechnisch hat der EasyAcc allerdings zu wenig zu bieten, um doch noch überzeugen zu können. Der auf demselben Preisniveau liegende MS425 von August beispielsweise ist nicht nur besser verarbeitet als der EasyAcc – er bietet auch einen besseren Sound und beweist, dass für 20 Euro durchaus höhere Qualität zu haben ist, als sie der EasyAcc bietet. Mit teureren Geräten, wie etwa der Mobile Boombox von UE, kann sich der EasyAcc schließlich gar nicht messen – er liegt in Punkto Klangqualität Welten entfernt vom tollen Sound der Boombox.

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4.2 von 5 Sternen(583 Rezensionen)

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