JBL Pulse im Test: Party-Lautsprecher mit Spitzenklang?

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Wer vor dem Regal der Bluetooth Lautsprecher im lokalen Media Markt steht, kann den JBL Pulse nur schwer übersehen. Die bunten, pulsierenden Lichter ziehen sofort die Aufmerksamkeit auf sich und schaffen Party-Atmosphäre. Doch was bietet der Lautsprecher außer den schicken Lichteffekten? Bleibt der Klang dabei etwa auf der Strecke? Ich hatte die Möglichkeit, den JBL Pulse über mehrere Tage hinweg auszutesten und möchte hier über meine Erfahrung berichten.

Ersteindruck

Der erste Eindruck ist durchweg positiv. Alles sitz fest, es knarzt nichts und auch die Materialübergänge sind sauber verarbeitet. Das Metallgitter fühlt sich stabil und hochwertig an.  Für einen Preis von knapp 180 Euro war das zu erwarten. Im Karton selbst befinden sich neben dem Lautsprecher noch eine Quick-Start Anleitung, ein USB-Ladekabel sowie zwei Stromadapter. Ideal, so muss man nicht immer den Laptop anschalten, um die Box aufzuladen.

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Bedienung

Die Bedienung am JBL Pulse ist ein wenig außergewöhnlich und bedarf einer kurzen Eingewöhnung. Alle Bedienelemente befinden sich an der Oberseite. Neben „Leiser“ und „Lauter“ gibt es in der Mitte den An- und Ausschlatknopf sowie eine Pairing-Taste, über die die Bluetooth Verbindung hergestellt wird.

Das Besondere ist die Licht-Taste (Sonnenzeichen), über die man verschiedene Lichteffekte einstellen kann. So erzeugt das einmalige Drücken eine Art Soundvisualizer, der gleichzeitig mit der Musik auf und ab geht. Beim zweimaligen Drücken wird eine Art Welleneffekt erzeugt, um nur einige Beispiele zu nennen.

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So dienen die kleinen Noppen an der Außenseite zur Einstellung der Helligkeit und Farbe. Hier reicht es in der Theorie aus, leicht mit dem Finger darüber zu streichen –und schon ändert sich die Farbe. Doch so ganz flüssig hat das im Test allerdings nicht funktioniert, man sollte jedenfalls nicht mit der Reaktionszeit eines Smartphonebildschirms rechnen. Die gleichen Lichteffekte lassen sich auf über die zugehörige App „JBL Music“ über das Smartphone regeln. Ich könnte mir gut vorstellen, dass das bei Parties ein sehr nettes Gimmick ist.

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An der Unterseite befinden sich die Anschlüsse für das Laden über ein Micro-USB Kabel sowie der AUX-Eingang.  Einen Anschluss für das Laden externer Geräte wie es etwa der JBL Charge 2 oder Denon Envaya bietet, gibt es nicht.

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Pairing

Wie bei den meisten Bluetooth Lautsprechern geht auch das Pairing beim JBL Pulse leicht von der Hand. Lautsprecher einschalten, Bluetooth am Smartphone aktivieren und den JBL Pulse auswählen –und schon steht die Verbindung.

Hat man die Verbindung einmal eingerichtet, verbindet sich der Bluetooth Lautsprecher in Zukunft von alleine mit dem Smartphone oder Bluetooth-fähigen Endgerät. Gut gefällt mir, dass der JBL Pulse über eine NFC-Funktion verfügt, mithilfe derer man in Sekundenschnelle den Bluetooth Speaker koppeln kann. Dazu hält man das Smartphone kurz an die Unterseite des Klangzylinders, und schon sollten die zwei Geräte gekoppelt sein.

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Reichweite und Akku

Die Reichweite des JBL Pulse testete ich, indem ich den Lautsprecher auf einem Tisch vor unserem Haus platzierte und mich dann langsam vom Gerät wegbewegte. Dabei kam ich auf einen Wert von 30 großen, ca. 1 Meter langen, Schritten. Das ist zwar nicht Besonderes, doch für die allermeisten Anwendungszwecke sollte es ausreichen. Im Haus selbst brach die Verbindung erst bei zwei dazwischen liegenden Steinwänden komplett ab. Die Reichweite des Fugoo Sport sowie des Envaya Mini ist noch etwas stabiler und größer.

Auf die Akkulaufzeit war ich sehr gespannt, denn bei grell blinkenden Lichtern müssen ja schließlich Abstriche gemacht werden, oder nicht? JBL beziffert die Akkulaufzeit bei Musikbetrieb ohne Lichteffekte mit 10 Stunden. Lässt man zusätzlich die LEDs tanzen, halbiert sich die Spielzeit auf 5 Stunden. Im Test kam ich bei leiser bis mittlerer Lautstärke auf eine Laufzeit von 8 Stunden. Mit Lichtershow waren es nur noch 4 1/2 Stunden. Das ist ordentlich, ob das für eine längere Veranstaltung, etwa eine WG-Party oder kleine Familienfeier reicht, muss der Anwender selbst wissen. Größere Lautsprecher wie der SoundLink III oder der Fugoo bieten legen hier nochmal einen drauf.

Klangqualität

Nun aber zum wichtigsten Kriterium, der Klangqualität. Beim ersten Hören erklingt ein klarer, ausgeglichener Sound. Man merkt allerdings auch schnell, dass basstechnisch nicht allzu viele geboten ist. Im Test habe einige Hörbuch-Titel abgespielt, und die Sprachverständlichkeit ist sehr ordentlich. Zisch- und Knacklaute sind deutlich und klar. Doch ohne solides Bassfundament macht das Hören auf Dauer keinen Spaß. Die Bässe sind zwar vorhanden, doch sie sind schwachbrüstig und reichen nicht tief hinunter. Bei Deep-House Musik fehlt hier einfach der Druck. Bass ist nunmal einer der wichtigsten Faktoren bei portablen Lautsprechern.

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Ähnlich wie beim UE Boom von Logitech hätte ich mich sehr über JBL Pulse 360° Sound gefreut, was für den Einsatz bei kleinen Veranstaltungen sprechen würde. Doch der Lautsprecher klingt von der Vorderseite deutlich besser als von der Seite. So richtig omnidirektionaler Klang kommt damit nicht auf. Es ist zwar besser wie beim Sony SRS-X3, der einen sehr gerichteten Sound hat, doch wenn man sich hinter dem Lautsprecher befindet, sind definitiv Klangeinbußen zu machen. Schade!

Die Maximallautstärke ist ordentlich. Der JBL Pulse gehört zwar nicht zu den lautesten Bluetooth Speakern, der JBL Charge 2 oder SoundLink Color klingen hier noch ein wenig lauter. Doch für kleinere Events oder das gelegentliche Abhängen mit Freunden sollte es locker ausreichen. Bei maximaler Lautstärke brummeln die Bässe ein wenig vor sich hin, doch im Großen und Ganzen ist die Pegelstabiltät überzeugen. Die Bässe übersteuern nur minimal und es gibt auch keine nergiven Kratzgeräusche. Insgesamt ist das Verhältnis von Bässen, Mitten und Höhen bei allen Lautstärken recht ähnlich und es wird keine bzw. nur eine leichte dymanische Anpassung vorgenommen.

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Fazit

Beim JBL Pulse steht wie ich finde nicht die Klangqualität im Vordergrund, sondern eher die Lichteffekte mit zusätzlicher Steuerung über das Smartphone. Bei kleineren Parties ist der Lichtzylinder mit Sicherheit ein Hingucker und Stimmungsmacher. Doch der Sound kommt etwas zu kurz. Für einen Preis von rund 180 Euro erwartet man druckvollere Bässe, auch wenn die Höhen schön klar sind. Für das gleiche Geld bekomme ich etwa den SoundLink Mini von Bose oder den schicken Denon Envaya. Für knapp 95 Euro bekommt man sogar schon den wohl klingenden Denon Envaya Mini. So liegt die Entscheidung letztlich beim Käufer. Will ich einen partytauglichen Bluetooth Lautsprecher, der die Party belebt oder lege ich viel Wert auf einen bassreichen, ausgeglichenen Sound?

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4.3 von 5 Sternen(114 Rezensionen)

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There are 7 comments

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  1. André

    Hallo Philipp,

    ich hatte schon beim JBL Charge 2 geschrieben, aber meine Frage ist hier besser platziert.
    Verstanden habe ich den primären Unterschied zu anderen BT-Speakern:
    Für die Lichteffekte bekomme ich im Gegenzug weniger Klangqualität innerhalb einer ähnlichen Preiskategorie, korrekt?

    Ich persönlich brauche keine buten Lichter, für mich steht ganz klar der Klang im Vordergrund.
    Daher tendierte ich bisher zum Charge 2.
    Anzumerken ist noch, dass ich zu 80% sehr rockige Musik höre.

    1. Primär jetzt meine Frage, liegen der Charge 2 und der Pulse in Sachen Klangqualität sehr weit auseinander? (Beide besitzen gleiche Abmaße wenn ich richtig recherchiert habe)

    2. Der Charge 2 ist bei Amazon (andere Anbieter mal aussen vor) nurnoch in Lila verfügbar für 150 €, und das erst wieder ab dem 11.08.15. Andere Farben gibt es für tw. unverschämte 40 € mehr bei Drittanbietern. Woran liegt das? Läuft der Charge 2 schon aus? Kommt JBL mit der Produktion nicht nach?
    Der JBL Pulse kostet nur 5 € mehr, also 155 €, bietet aber halt den LED-Firlefanz.;)
    Daher wieder die Primäre Frage, wie groß ist der Uterschied zw. dem Pulse und dem Charge 2 bei der Musikqualität? Im Garten höre ich zB auch gerne mal lauter Musik.

    LG, André

    • André

      Wenn ich eure Bewertung vergleiche, ist ja schon ein erheblicher Unterschied vorhanden?
      Aber warum bekommt der Charge 2 bei Funktionsumfang trotz LED-Highlight und APP-Steuerung eine 4 (ausreichend) wo der Charge 2 bei Funktionsumfang eine 1,5 bekommt. Er kann halt Handys laden wenn diese angeschlossen sind…
      Gibt es beim Pairing der Geräte einen Unterschied?
      Danke für die super Infos von euch!

      LG André

      JBL Pulse:

      Klangqualität
      3.0
      Bedienung
      2.5
      Design/Verarbeitung
      2.5
      Akkulaufzeit
      2.5
      Reichweite
      3.0
      Funktionsumfang
      4.0
      Pairing
      2.5

      JBL Charge 2:

      Klangqualität
      1.5
      Bedienung
      2.0
      Design/Verarbeitung
      1.5
      Akkulaufzeit
      1.0
      Reichweite
      1.5
      Funktionsumfang
      1.5
      Pairing
      1.5

    • Philipp

      Hallo Andre, ja, der Charge 2 und der Pulse liegen in Sachen Klangqualität sehr weit auseinander. Der Lautsprecher hört sich trotz etwas größern Gehäuses deutlich flacher an wie der Charge 2. Mit der derzeitigen Konkurrenz kann es der Pulse einfach nicht aufnehmen und erscheint im direkten Vergleich eher wie ein Spielzeug.

  2. Mihaela

    Hallo Philipp

    Kann ich den JBL Pulse, aufgrund der kurzen Akkulaufzeit, mit dem Strom anschließen und trotzdem weiter Musik hören?
    Ich weiss, dass man Geräte mit Lithium-Batterien generell nicht unbedingt brauchen sollte wenn sie am laden sind, doch wer macht das schon…

    LG Mihaela


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