Docking D-Mate der zweiten Generation im Test: Fortschritt oder Rücktritt?

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Der Berliner Hersteller Dockin hat sich in den letzten Jahren im Bereich der mobilen Lautsprecher einen Namen gemacht. Zu den wohl bekanntesten Modellen der deutschen Audio-Marke zählt der „Dockin D Fine“, der in meinem kürzlichen Test eine gute Figur machte.

Darüber hinaus findet sich im Produktportfolio dessen kleiner Ableger: Der Dockin D Mate. Bereits vor über einem Jahr konnte ich den Speaker einem Test unterziehen — so richtig überzeugen konnte die Box allerdings nicht: Die Bässe neigten zum Dröhnen, die Mitten waren unterrepräsentiert und generell ließ die klangliche Abstimmung zu wünschen übrig.

Nun möchte der deutsche Hersteller nachbessern und hat die zweite Generation des Lautsprechers vorgestellt. Die Rede ist von „besserem, abgestimmten Klang für ein präzises Erlebnis“ und „Soundqualität für anspruchsvollen Musikgenuss“. Wie bereits der Vorgänger soll die Box mit einem wassergeschützten Gehäuse, Bluetooth-Standard 4.2 und starken 16 Stunden Akkulaufzeit punkten.

Diese Marketing-Slogans wollte ich mir einmal genauer ansehen. So habe ich mir den rund 80€ teuren Speaker nach Hause bestellt und über mehrere Tage mit der unmittelbaren Konkurrenz verglichen.

Design/Ersteindruck

Der Dockin D Mate der zweiten Generation kommt im schlichten, schwarzen Look daher. Unterschiede zum Design des Vorgängers lassen sich nicht feststellen. Er hinterlässt zwar keinen Premium Eindruck wie die Aluminium-verkleideten Modelle von Bose oder Bang & Olufsen. Doch er schafft den schwierigen Spagat zwischen dem Einsatz in heimischer Wohnlandschaft und Outdoor-Umgebung.

Das Quader-geformte Gehäuse ist von einem netzartigen Nylongewebe überzogen, das den Lautsprecher vor leichten Stößen, Schmutz und Kratzern schützt. Eine erhöhte Staubansammlung in den feinen Maschen konnte ich im Test nicht feststellen.

Darüber hinaus verpasst der Hersteller dem Dockin D Mate einen Spritzwasserschutz nach IPX-6 Standard (Schutz gegen starkes Strahlwasser). Schöner gewesen wäre der Schutz nach IPX-7 (Schutz gegen zeitweiliges Untertauchen). In den Pool fallen lassen sollte man den Speaker demnach nicht. Im Test spielte Musik auch nach mehreren Sekunden unter der Dusche noch weiter.

Die Ober- und Unterseite aus weichem Polymer schützen die innere Elektronik zusätzlich vor Stößen und Flüssigkeiten. Im Test entpuppte sich das Material ein wenig als Staubfänger. Etwas negativ anzumerken: Beim ersten Auspacken war ein leicht stark Geruch zu vernehmen, der erst nach einigen Stunden vollständig verflog. Hier sollte der Hersteller noch einmal nachbessern.

Die Unterseite ist mit einer weichen Gummifläche behaftet, um einen vibrationslosen, festen Stand zu gewährleisten. Sollte der Untergrund einmal unregelmäßig sein (Bett, Gras, Sofa etc.), dann kann der Speaker alternativ auch horizontal aufgestellt werden.

Der Dockin D Mate drückt gerade einmal 825 Gramm auf die Waage. Damit wiegt er deutlich weniger wie ähnliche Modelle von JBL, Bose oder Bang&Olufsen und hinterlässt entsprechend keinen Premium-Eindruck. Mit Maßen von rund 22 x 8,5 x 8,5 cm ist der Dockin D Mate gerade noch klein genug, um ihn mal schnell in die Sporttasche zu schmeißen.

Die Öse an der Oberseite soll dem Anbringen einer Trageschlaufe dienen und damit für noch mehr Portabilität sorgen.

Der neue Speaker kommt in einer schicken, mattschwarzen Verpackung daher, darin befinden sich neben dem Lautsprecher eine Bedienungsanleitung, ein  Ladekabel und ein Kabel mit zwei Klinken-Anschlüssen.

Erhältlich ist der Lautsprecher in der Farbe schwarz.

Klangqualität

Nun aber zum Eingemachten: Der Klangqualität. Die Erwartungen waren groß, dass Dockin die Kritik am Vorgänger ernst genommen und den klanglichen Qualitäten ein Update verpasst hat. So habe ich den Lautsprecher mit meinem Smartphone verbunden und Musik aus verschiedenen Genres abgespielt.

Doch bereits der erste Höreindruck ist enttäuschend: Der Klang scheint sich zwar leicht verbessert zu haben, doch so wirklich überzeugen kann er nicht. Auch nicht mit aktivierter „Bass-Boost-Taste“ (Die man ohnehin eingeschaltet lassen sollte.)

Beim direkten Vergleich mit der Konkurrenz werden die genauen Schwächen klar: Die Höhen wirken im Vergleich mit Denon Envaya DSB-250, Anker SoundCore Motion+ und Marshall Stockwell 2 fast schon „dumpf“, als wären sie im Gehäuse hinter dem stylischen Nylongewebe gefangen.

Am meisten stört hierbei die direktionale Klangabstrahlung: Während die Höhen bei frontalem Hörwinkel noch mäßig klar klingen, verlieren diese bereits bei leicht veränderter, seitlicher Hörposition merklich an Klarheit. Setzt man sich gar hinter den Lautsprecher, sind Stimmen und Instrumente mit einer deutlichen Trübung wahrzunehmen. Dies ist primär der Tatsache geschuldet, dass die beiden 25-Watt Hochleistungsverstärker nur an der Vorderseite angebracht sind (Beim Vorgänger waren die Hochtöner immerhin an zwei Seiten angebracht, wobei sich die ideale Hörposition auch nicht gerade leicht auszumachen war).

Von räumlichem, offenem Klang wie etwa beim Marshall Stockwell 2 (Stichwort Blumlein-Konstruktion) oder dem „Stereo-Klang“ des Denon Envaya DSB-250 kann keine Rede sein. Daran änderte auch die horizontale Ausrichtung des Lautsprechers nichts.

Auch bei den Bässen möchte ich Kritik äußern: Wenn diese auch eine gewisse Schlagkraft mitbringen, so fehlt es diesen an Tiefe und Präzision. Besonders bei schnelleren Bassläufen bei Funk, Hip-Hop oder House-Musik wird dies deutlich. Erhöht man allmählich die Lautstärke, so gerät der betonte Oberbass dann immer mehr in den Hintergrund. Kein Vergleich zu den tiefen Bässen des Anker SoundCore Motion+ oder Marshall Stockwell 2.

Laut spielen kann der Dockin D Mate ja. Doch so richtig Spaß macht das Musikhören dann nicht mehr. Dafür fehlt dann einfach die Ausgewogenheit des Klangs und das entsprechende Bassfundament. Da bevorzuge ich eher eine geringere Maximallautstärke, bei welcher der Klang dann aber noch brauchbar ist.

Auch fallen die Lautstärkeabstufungen ein wenig grob aus: Möchte man leise Musik hören, lässt sich dies nicht ausreichend fein justieren. Zu groß sind dafür die Sprünge.

So richtig überzeugen kann der Klang des neuen Dockin D Mate nicht. Schade, ich hätte mir gewünscht, dass der Hersteller hier grundlegend nachgebessert hat.

Pairing

Das anfängliche Verbinden geht ohne Patzer vonstatten: Lautsprecher einschalten, „DOCKIN D MATE Direct“ im Bluetooth-Menü am Smartphone auswählen – und voilà. Schon steht die Verbindung. Mit einem kurzen Piepston wird das erfolgreiche Koppeln bestätigt. Komplett ausschalten lassen sich die Signaltöne allerdings nicht.

Zukünftig verbindet sich der Lautsprecher dann automatisch mit dem zuletzt verwendeten Zuspieler – vorausgesetzt, der Bluetooth-Modus ist am jeweiligen Gerät bereits aktiviert. Das ist praktisch und spart Zeit. Schön wäre noch gewesen, wenn sich der Speaker beim Einschalten mit den letzten zwei oder sogar drei Geräten automatisch verbindet, wie es etwas der SoundLink Revolve von Bose tut.

Leider ließ sich der D Mate im Test nicht mit meinem Macbook verbinden. Auch nach zahlreichen Versuchen und dem Neustartes meines Computers nicht. Das ist mir bisher bei keinem anderen Bluetooth-Lautsprecher passiert — selbst der große Bruder Dockin D Fine ließ sich problemlos mit meinem Laptop verbinden.

Eine Multi-Pairing Funktion ist laut Hersteller nicht integriert. Das ist schade. Möchte man so z.B. zwischen der Musik von Smartphone und Tablet hin- und her wechseln, so muss man vorher umständlich die Bluetooth-Verbindung kappen und am neuen Zuspieler anschließend wiederherstellen. Dieses Feature hätte man für den Preis von ca. 80€ sicherlich noch integrieren können.

Immerhin verfügt der Dockin D Mate über einen „Stereo-Mode“. Damit lassen sich laut Hersteller zwei Dockin D Mate zu einer Stereo-Einheit zusammen schließen. Praktisch ist das zum Beispiel für’s Filme schauen zuhause. Gemäß Anleitung ist dazu keine App nötig; man hält lediglich den kleinen Pairing-Knopf oberhalb der Schlaufen-Aufhängung auf beiden Lautsprechern für drei Sekunden gedrückt — und schon sollte echter Stereo-Hörgenuss mit einer Bluetooth 4.2 Übertragung vorhanden sein. In Zukunft genügt es dann lediglich beide Speaker einzuschalten und schon sollte Stereo-Klang hörbar sein. Austesten konnte ich diese Funktion im Test leider nicht, da ich nur über einen einzigen D Mate Lautsprecher verfüge.

Bedienung

Bei der Bedienung beschränkt sich Dockin auf das Wesentliche.

Alle Tasten befinden sich auf der gummierten Oberseite: Die standardmäßigen Laut- und Leiser-Taste, die Ein-/Ausschalttaste, eine Bluetooth-Taste sowie die kleine „Stereo-Modus“ Taste. Den „Bass-Boost“ Modus aktiviert man mit gleichzeitigem Drücken der Leiser- und Lauter-Taste. Das war’s auch schon. Oberhalb der Tasten finden sich drei kleine LED-Leuchten, die Informationen zum Betriebsmodus, Bluetooth-Verbindung und Akkustand liefern.

Etwas umständlich finde ich, dass zum Ein- und Ausschalten des Lautsprechers die „On-Taste“ für drei Sekunden gedrückt werden muss. Das nimmt unnötig Zeit in Anspruch; ein kurzes Drücken hätte es auch getan.

Die Signaltöne sind hierbei schön schlicht gehalten: Beim Ein- und Ausschalten erklingt ein dreistufiger Akkordton, der etwas an den Ton eines Nachrichten-TV-Senders erinnert. Die erfolgreiche Bluetooth-Verbindung wird mit einem kurzen Piepston bestätigt. Auf Trommel- oder Gitarrengeräusche verzichtet Dockin erfreulicherweise. Sprachansagen wie bei Bose sind nicht integriert.

Praktisch ist die Musiksteuerung direkt am Lautsprecher: Mit einmaligem Drücken der „Play-Taste“ können Musiktitel pausiert und fortgesetzt werden. Das hat im Test mit der regulären Smartphone-Playlist als auch Spotify-Playlist reibungslos funktioniert. Aufgrund der Verbindungs-Probleme mit dem Macbook konnte ich das Feature mit einer Youtube-Playlist nicht überprüfen. Mit Gedrückthalten der „Leiser-Taste“ gelangt man zum vorherigen Lied; mit Gedrückthalten der „Lauter-Taste“ springt man zum nächsten Song. Das ist praktisch, doch auch etwas umständlich gelöst. Intuitiver wäre das kurze zwei bzw. dreimalige Drücken der „Play-Taste“ gewesen.

Hinter der Gummikappe an der Rückseite verbergen sich die standardmäßigen Anschlüsse: Eine Mikro-USB-Buchse ermöglicht das Aufladen des Lautsprechers über die Steckdose; der Audio-Eingang erlaubt das Verbinden des Lautsprechers per Klinkenkabel. Eine weitere Besonderheit ist die „Powerbank-Funktion“: Laut Hersteller kann man hierüber das Smartphone aufladen, sollte dem Akku einmal unterwegs die Puste ausgehen. Im Test gelang das Aufladen trotz mehrerer Anläufe nicht. Neustart meines iPhones? Fehlanzeige. Auswechseln des Kabels? Wieder Fehlanzeige. Schade eigentlich. So könnte für potentielle Käufer der Selling-Point zum Deal-Breaker werden.

Immerhin: Die integrierte Freisprechfunktion konnte im Test überzeugen, wenn die Sprachausgabe auch etwas gedämpft wirkte. Verzerrungen oder Knacksen waren nicht zu hören. Bei Empfänger war machte es den Eindruck als würde der Gesprächspartner aus einiger Entfernung sprechen.

Akkulaufzeit/Reichweite

Dockin beziffert die Musikspielzeit bei vollgeladenem Akku auf 16 Stunden. Das sind für den Preis von nur 80 Euro vollmundige Versprechungen.

Im Test erreichte ich bei halber Lautstärke eine Spielzeit von gerade einmal 12:05 Stunden. Dann ging der 6700 mAh starken Lithium-Ionen-Akku die Puste aus. Das ist zwar immer noch ein ordentlicher Wert. Doch an die angepriesenen 16 Stunden kommt dies nicht ansatzweise heran. Bei welcher Lautstärke der angepriesene Spieldauer zu erreichen sei, kann auch der Benutzeranleitung der Webseite nicht entnommen werden.

Die Bluetooth-Verbindung erwies sich im Test als stabil. Auch durch zwei 20-dicke Wände hindurch blieb die Verbindung ohne Ruckeln und Unterbrechungen bestehen. Hier kann das integrierte Bluetooth 4.2 Modul seine Stärken ausspielen. Von der angepriesenen Bluetooth-Verbindung in CD-Qualität mit ApxtX war im Test nur wenig zu bemerken.



  1. Anna

    Hi Philipp, super Testbericht, danke dafür. Meine Frage: Kann ich das USB-Ende des Ladekabels der Dockin D Mate auch in meinen Adapter vom Telefon/iPad stecken, oder macht das irgendwas kaputt, ich wollte in den Urlaub kein Laptop mitnehmen und so wenige Stecker wie möglich.


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