JBL Flip 2 im Test: Satter Klang in Flaschenform?

Als ich am vergangenen Wochenende durch den lokalen Mediamarkt schlenderte, fiel mir beim Regal der Bluetooth Lautsprecher JBL Flip II auf. Nur wenige Wochen zuvor hielt ich den JBL Charge in Händen, so war ich neugierig, was der kleiner Bruder wohl klanglich vorweisen konnte. Ich entschied mich spontan, den Bluetooth Lautsprecher für einen Tiefpreis von 80 Euro zu kaufen und ihn eventuell zu meinem neuen, mobilen Begleiter zu machen. Auch interessierte mich, ob sich die Bluetooth Box gegen die Konkurrenz –namentlich UE mobile Boom, Bose SoundLink Mini und den neuen Sony SRS X-3– durchsetzen könne.

Design & Unboxing

Zuhause angekommen machte ich mich direkt ans Auspacken. Dabei fiel mir sofort die Wertigkeit und edle Ästhetik des kleinen Speakers auf. Mit dem silbernen Lautsprechergitter und dem weißen Kunststoff erinnert das Ganze schon ein wenig an ein Apple-Produkt.

An der Größe hat sich im Vergleich zum Vorgänger nur wenig verändert: Die Box hat immer noch die Maße einer Halb-Liter-Bierdose und lässt sich wie der Name schon verrät sowohl vertikal als auch horizontal auf den Tisch stellen – wobei man den etwas leichtfüßigen Stand kritisieren könnte. Ein Windhauch wird die Box zwar nicht zu Fall bringen, doch in feucht-fröhlicher Atmosphäre könnte es hier schon zum ein oder andern Zwischenfall kommen. Der SoundLink Mini von Bose steht hier deutlich stabiler.

Gut gefällt mir auch, dass im Lieferumfang eine runde, robuste Tasche enthalten ist, die etwas an ein Federmäppchen aus Schulzeiten erinnert. So kann man die Box unbeschadet transportieren.

Wurde beim Vorgänger Flip I noch ein klobiges Netzteil mitgeliefert, so hat der Hersteller hier nachgebessert und dies mit einem USB-Kabel und kleinen Adapter ersetzt. So kann der Nutzer selbst entscheiden, ob er den Lautsprecher über den Computer oder die Steckdose laden möchte. Die Ladzeit beträgt  drei Stunden.

Bedienung

Zur Bedienoberfläche ist sehr spartanisch gehalten. Das typische Bedienkreuz eben, sprich Lauter-/Leisertaste, Pairing- und Einschalteknopf sowie eine Taste für die Freisprechfunktion. Schön sind die in Weiß leuchtenden LED-Signalleuchten, die unauffällig vor sich hin glimmen, ohne wie etwa beim EasyAcc Mini-Cannon mit blau flackernden Lichtern ständig die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken.

Einen Haken hat die Bedienung jedoch: Die Signaltöne zum An-/Ausschalten sowie bei erfolgreicher Herstellung der Bluetoothverbindung sind unangenehm laut. Selbst wenn der Lautstärkepegel auf das Minimum reduziert ist, ertönen die Signale in voller Lautstärke. Hier wundere ich mich, dass das den Ingenieuren beim Testen nicht aufgefallen ist.

An der Unterseite sind ein Micro-USB-Anschluss sowie ein AUX-Eingang angebracht.

Pairing/Reichweite

Kommen wir aber nun zum Pairing. Hier hatte ich keine großen Patzer erwartet, hatte das Verbinden von iPhone und Bluetooth Lautsprecher beim Bruder-Modell JBL Charge doch problemlos funktioniert. Und so war es auch. Alles gelingt mühelos: Lautsprecher einschalten, kurz auf die Pairing-Taste drücken und schon kann der Speaker am Smartphone ausgewählt werden. Genau so sollte es sein.

JBL hat den Flip II mit einer NFC-Funktion ausgestattet, soll heißen, dass die Verbindung zu mobilen Endgeräten (oder PC) erfolgen kann, indem man das Gerät in die Nähe des Lautsprechers hält. Ich selbst finde dieses Feature ein wenig überflüssig. Denn hat man die Verbindung zum Bluetooth Lautsprecher einmal hergestellt, geht dies in Zukunft automatisch. Man schaltet den Speaker ein, und –vorausgesetzt die Bluetooth-Funktion ist am Laptop bzw. Smartphone aktiviert– schon steht die Verbindung.

Im Test reichte die Bluetooth Verbindung bis zu 18 Metern – ein akzeptabler Wert. Die Akkulaufzeit des JBL Flip II beläuft sich nach meinem Test auf rund 4 Stunden bei mittlerer Lautstärke. Das ist zu wenig, bietet die Konkurrenz wie die UE mobile Boombox oder Jawbone Jambox doch das Doppelte.

Klangqualität

Nun aber ans Eingemachte, der Klangqualität. Beim ersten Hören fällt direkt auf, dass der Flip II für seine Größe erstaunlich laut spielt. 82 Dezibel um genau zu sein. Das schaffen selbst die Konkurrenten SoundLink Mini und JBL Charge 2 nicht. Geschweige denn die UE mobile Boombox. Auch ist die Verzerrung bei hohen Lautstärkepegeln recht gering; die hohen Töne wirken präzise und klar, vielleicht sogar präziser wie beim Spitzenreiter Bose SoundLink Mini oder JBL Charge 2.

Abstriche muss man allerdings bei den Bässen machen. Diese sind zwar klar und akzentuiert, bei mittleren bis hohen Lautstärken geraten diese allerdings zu sehr in den Hintergrund. Zwar wurde der Tieftonbereich etwas aufgebessert, nachdem ich den Lautsprecher auf eine leisere Lautstärke, und mein Smartphone auf die Maximalstärke eingestellt hatte. Doch wirklich überzeugen kann dieser Frequenzbereich nicht.

Beim direkten Klangvergleich mit dem SoundLink Mini, der wie typisch für Bose die Bässe betont, wird der Unterschied noch einmal deutlich. Etwa bei HipHop Songs mit tiefen Tönen endet der Bassbereich bei etwa 80 Hz, während der SoundLink Mini auch Bässe bis 60 Hz noch solide abspielt. Auch an die tiefen Töne des JBL Charge 2 kommt der Flip II nicht heran, dies war aufgrund des Preisunterschieds von 40€ auch nicht zu erwarten.

Unser Fazit

Mit dem JBL Flip II erhält man einen schicken Bluetooth Lautstärker, der mit einer simplen Bedienbarkeit und unkompliziertem Pairing punkten kann. Die Klanqualität ist für die Größe ordentlich, setzt aber keine neuen Maßstäbe. Die Höhen sind sehr präzise und klar –teilweise besser als bei der Konkurrenz. Die Bässe sind ein wenig enttäuschend. Besonders bei hohen Lautstärken geraten die Mitten und Tieftöne in den Hintergrund. Hier hätte der Hersteller die hohe Maximallautstärke etwas herunter drosseln und dafür mehr Energie in Mitten und Bässe bei leiseren bis mittleren Lautstärken stecken sollen. Die durchschnittliche Akkulaufzeit trübt den Gesamteindruck ein wenig. Insgesamt erhält man hier ein solides Gerät, aber keinen Spitzenreiter in der Preiskategorie.

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13 Kommentare

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  1. Gégé

    Hallo lieber „WWW-Bro“…!!! :-)

    Würde Dir mal empfehlen, sich mit dem Modell A 34 von TDK zu beschäftigen – Bislang mein absolutes Highlight. …!!!

    Viel Vergnügen &
    LG Gégé. …!!! :-)

  2. Benny

    Hallo,
    wollte mal nachfragen ob jemand den flip3 schon getestet hat. Was ich bis jetzt gelesen habe soll er wie der charge 2 sein.
    Den extrem ist mir mit 290.- zu teuer..
    Übrigens tolle Website!

    • Philipp

      Hallo Benny, habe den Flip 3 nun endlich erhalten und schon einmal kurz Probe gehört. Die Box hat nicht ganz das klangliche Volumen vom etwas größeren Charge 2, klingt aber dennoch recht passabel. Wer auf viel, kräftigen Bass steht, sollte eher zum Charge 2 greifen. Ein ausführlicher Testbericht wird in Kürze folgen.

  3. Chris

    Wirklich ein toller Beitrag. Habe auf meiner Homepage „www.ch-technik.com“ auch einige Produkttest darunter auch Bluetooth Lautsprecher würde mich über einen Besuch freuen.

  4. Marus

    Gibt es einen Tipp für geplagte Flip2 Kunden?

    Der Einschaltton und der Bestätigungston nach BT-Kopplung ist so extrem nervig laut, dass ich die gut klingende Box kaum mehr benutzen mag.
    Gibt es nicht irgend einen Tipp in Sachen Firmware oder Tastenkombinationen um den ätzenden Ton auszuschalten?

  5. Celine

    Hi,

    danke für den tollen Beitrag. Hat Spaß gemacht ihn zu lesen und besonders gut haben mir die Bilder gefallen.
    Könnt ihr sagen wie der Klang des JBL Flip 2 im vergleich zu dem Bose Sound Link ist?

    Beste Grüße,
    Celine.

    • Philipp

      Halo Dani, ich würde das Gerät umtauschen sofern du noch in der Garantiezeit liegst… Ansonsten neuen Lautsprecher anschaffen;) Kann dir den Envaya Mini und Charge 2+ empfehlen. Gruß


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