JBL Charge – Bluetooth Lautsprecher mit Ladefunktion

JBL, heute ein Teil der Harman-Gruppe, zu der auch der bekannte Hersteller Harman-Kardon gehört, blickt auf eine fast 70-jährige Geschichte als Hersteller von hochwertigen Hi-Fi-Geräten zurück. Mit seiner Kollektion von Bluetooth-Speakern ist JBL in der Gegenwart angekommen – der JBL Charge konnte uns allerdings nicht völlig überzeugen.

Mit seinen Maßen von etwa 17 x 6 Zentimetern hat der JBL Charge etwa das Format einer 0,5-Liter-Getränkedose. Damit der kreisrunde Speaker aber nicht durch die Gegend rollt, befinden sich zwei Füße an seiner Unterseite, die mit ihrer Gummierung einen sicheren Stand garantieren.

Mit Ausnahme des Lautsprechergitters, das aus Aluminium gefertigt ist, besteht der JBL Charge aus hartem, stabilem Kunststoff und ist hervorragend verarbeitet. Er kann liegend oder hochkant betrieben werden und ist in 5 Farbvarianten erhältlich: grün, blau, grau, schwarz (JBL Charge Stealth) sowie in schwarz mit Chromabsetzungen (JBL Charge Shadow).

Mobilität

In die Jacken- oder Hosentasche stecken lässt sich der JBL Charge zwar nicht, aber mit seinem Gewicht von rund 450 Gramm ist er dennoch durchaus dazu geeignet, mit nach Draußen genommen zu werden. Stöße machen ihm nichts aus, er verkraftet es sogar, wenn er einmal vom Tisch fällt und dabei hart landet. Für einen sicheren Transport sorgt eine kleine Tasche, die aus widerstandsfähigem Neopren besteht und dem JBL Charge beiliegt.

Der eingebaute Akku des JBL ist über das mitgelieferte USB-Kabel und einen Steckdosenadapter in rund 3,5 Stunden voll aufgeladen und sorgt für eine Spielzeit von mehr als 12 Stunden – unter den Boxen für unter 200 Euro läuft nur die Jawbone Jambox mit rund 15 Stunden länger. Der Bluetooth-Speaker von JBL heißt nicht umsonst Charge: er bietet als einziger Speaker diese Preisklasse die Möglichkeit, an seiner USB-Buchse ein Smartphone aufzuladen.

Anschlüsse und Verbindungen

Wie alle Bluetooth-Speaker verfügt auch der JBL Charge über einen Line-In-Eingang zum kabelgebundenen Verbinden von Box und Wiedergabegerät.

Kabellos hingegen funktioniert die Verbindung von Speaker und Smartphone über Bluetooth. Nach dem Einschalten befindet sich der Speaker nicht automatisch im Pairing-Modus, dieser muss erst durch längeres Drücken der Power-Taste aktiviert werden. Erst dann findet das Smartphone den Speaker und kann sich mit ihm verbinden. Leider muss dieser Vorgang stets aufs Neue wiederholt werden: wird die Bluetooth-Verbindung gekappt und anschließend wieder hergestellt, finden Smartphone und Speaker nicht von alleine wieder zueinander. Vergleichbare Boxen wie die Jabra Solemate oder der SoundLink Mini von Bose machen dies automatisch.

Auch der Wechsel von Bluetooth- zu Kabelbetrieb funktioniert nicht reibungslos. Wird Musik über ein Smartphone gestreamt und dann eine andere Audioquelle über ein Audiokabel mit dem Speaker verbunden, spielt dieser den Sound von beiden Quellen gleichzeitig ab. Das ist äußerst nervig, zumal auch Speaker, die weit günstiger sind als der JBL Charge, diese Probleme nicht kennen. Über den Nahfunkstandard NFC (Near Field Communication), der ein automatisiertes Verbinden via Bluetooth ermöglicht, verfügt der JBL Charge, anders als etwa der UE Boom, nicht. Die Reichweite der Bluetooth-Verbindung liegt bei maximal 15 Metern, das ist okay, aber der UE Boom und die Jabra Solemate schaffen hier locker die doppelten Werte.

Bedienung

Was Einstell- und Bedienmöglichkeiten angeht, gibt sich die Bluetooth-Box von JBL spartanisch. Einschalten, Lautstärke regeln, ausschalten – das war’s auch schon. Die Lautstärke lässt sich stufenlos einstellen, reagiert aber etwas träge. Das Gerät merkt sich auch nach dem Ausschalten die zuletzt eingestellte Lautstärke –aber leider steuert die Lautstärkeregelung auch die Lautstärke der Signaltöne, so dass die Box ihren Nutzer beim Einschalten mitunter mit einem ohrenbetäubenden Piepsen erschreckt, wenn zuvor bei hoher Lautstärke Musik gehört wurde.

Der JBL Charge bietet keine Möglichkeit, die Wiedergabe am Smartphone zu steuern. Anders als die meisten Bluetooth-Boxen dieser Größe und Preisklasse – vom SoundLink Mini einmal abgesehen -, kann der JBL Charge auch nicht als Freisprecheinrichtung genutzt werden.

Klangqualität

Hohe und mittlere Töne verlassen den JBL Charge über zwei 41-Millimeter-Membranen an der Frontseite des Speakers, die Bassreflexöffnung, die für tiefe Töne sorgt, ist seitlich angebracht – Bässe müssen schließlich nicht direkt auf den Hörer ausgerichtet abstrahlen. Die Klangqualität des JBL Charge ist dabei gut, in allen Frequenzbereichen macht der Speaker seine Sache recht ordentlich. Höhen werden klar und deutlich dargestellt, die Bässe hingegen könnten etwas kräftiger sein – solide Tiefen wie der SoundLink Mini von Bose erreicht der JBL Charge nicht.

Das Grundrauschen, das viele Boxen im Bluetooth-Modus verströmen, ist beim JBL Charge nur minimal zu hören und stört kaum, so dass auch leise Passagen genossen werden können. Der Speaker erreicht andererseits auch ein sehr hohes Lautstärkeniveau, ohne dabei zu übersteuern oder zu verzerren – dafür sorgt nicht zuletzt der hervorragende eingebaute Verstärker. Damit ist er neben dem SoundLink Mini und dem UE Boom einer der wenigen wirklich partytauglichen Speaker für unter 200 Euro.

Update: Der JBL Charge I hat mittlerweile einen Nachfolger erhalten, der einen deutlich verbesserten Klang sowie weitere Zusatzfunktionen bietet. Hier geht’s zum Testbericht.

Unser Fazit

Der JBL Charge macht es einem nicht leicht, ihn zu mögen: Keine Freisprecheinrichtung, keine Möglichkeit, auf die Wiedergabefunktionen des Smartphones zuzugreifen, dazu noch eine durchaus umständliche Bluetooth-Kopplung  – das alles hätte besser gelöst werden können. Punkten kann der Speaker hingegen mit seiner robusten Verarbeitung und seinem Outdoor-tauglichen Design sowie der Möglichkeit, ein Smartphone zu laden. Vor allem ist es aber der solide Sound, der und überzeugt hat: gute Bässe, klare Höhen, und das auch noch bei hohen Lautstärken.

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  1. Caro

    Vielen Dank! Meine box wollte sich nicht verbinden, sie lag ewig rum und jetzt wo ich es nochmal versuchen wollte bevor ich sie weghaue kam ich auf deinen Text! Vielen Dank ! Ps: länger die powertaste drücken, das Leben kann so einfach sein 😉


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