Jabra Solemate im Test: Bluetooth Lautsprecher im Turnschuh-Design

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Kein Rechtschreibfehler: Diese Bluetooth-Box von Jabra heißt wirklich Solemate. Der Name ist eine Anspielung auf das Design der Box mit ihrer sohlenartigen Unterseite. Gleichzeitig soll sie ein verlässlicher Begleiter (‚mate‘)  für mobilen Musikgenuss sein. Ob die Solemate ihrem Namen gerecht wird, zeigt unser Test.

Vom Design her erinnert die Jabra Solemate an einen abstrakt geformten Turnschuh. Die Unterseite der Box besteht aus widerstandsfähigem Gummi, das wie eine Schuhsohle gestaltet ist, mit einem Profil, das einen rutschfesten und sicheren Stand garantiert. In der Sohle raffiniert verstaut ist ein Audiokabel, das wie ein Schnürsenkel aussieht, und eine Stoffschlaufe an der Seite der Box komplettiert schließlich das Turnschuh-Konzept. Erhältlich ist die Solemate in 6 Farben: schwarz, blau, rot, weiß, gelb und grau.

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Während Sohle und Oberseite der Solemate aus solidem Gummi gefertigt sind, besteht das Lautsprechergitter aus lackiertem Metall. Die drei Bedienelemente zur Steuerung aller wichtigen Funktionen sind nahtlos in die Oberseite der Box eingelassen und reagieren sehr schnell und präzise auf Druck. Die Box übersteht nicht nur Stürze unbeschadet, auch Spritzwasser kann ihr nichts anhaben und Staub und Schmutz finden keinen Weg, in das Innere des Speakers einzudringen. Kurz: die Box ist hervorragend verarbeitet.

Mobilität

Das Turnschuh-Design verrät es bereits: die Solemate ist für den Outdoor-Einsatz gedacht. Mit ihrer Größe von etwa 17 mal 7 Zentimetern und einem Gewicht von 600 Gramm ist die Box zwar etwas zu wuchtig, um einfach so in die Tasche gesteckt zu werden – dafür liegt ihr aber eine Tragetasche bei, die sie auch zusätzlich gegen Schmutz schützt.

Der eingebaute Akku sorgt nach rund dreistündigem Laden über ein USB-Kabel oder mit dem beigelegten Netzteil für eine nur durchschnittliche Laufzeit von rund zehn Stunden – der vergleichbare UE Boom etwa bringt es auf volle 15 Stunden.

Verbindung

In der Sohle der Box gut und sicher versteckt befindet sich ein 3,5mm-Audiokabel, mit dem sich die Solemate mit beinahe jedem Audiogerät verbinden lässt.

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Für die meisten Nutzer interessanter ist aber wohl die Bluetooth-Konnektivität der Box. Nach dem Einschalten muss der Einschalthebel für wenige Sekunden nach oben geschoben werden, schon ist die Box bereit für das Verbinden mit Bluetooth-fähigen Geräten wie etwa Smartphones oder Tablets. In unserem Test hat dies mit diversen Endgeräten einwandfrei geklappt.

Die Bluetooth-Verbindung reicht bei ungehinderter Übertragung satte 35 Meter weit – Rekord unter den von uns getesteten Boxen dieser Preisklasse. Den Nahfunkstandard NFC (Near Field Communication) zum automatischen Aufbau einer Bluetooth-Verbindung unterstützt die Jabra Solemate in der neuesten Version ebenfalls.

Bedienung

Die Lautstärke der Solemate wird über zwei Tasten an der Oberseite der Box geregelt. Sie reagieren gut auf Druck und erlauben eine stufenlose Einstellung der Lautstärke.

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Eine weitere Taste ist mit diversen Funktionen belegt: Bei normalem Betrieb kurz gedrückt, verkündet eine Ansage den Akkustatus der Box. Diese Multifunktionstaste dient aber vor allem der Steuerung der Freisprechfunktion, die in die Solemate integriert ist, hervorragend funktioniert und eine gute Sprachqualität bietet. Eine Besonderheit der Solemate ist die Möglichkeit, die zuletzt mit dem Smartphone gewählte Nummer direkt durch Drücken der Multifunktionstaste an der Box anzuwählen und anzurufen. Leider ist es aber nicht möglich, über die Solemate direkt auf andere Wiedergabefunktionen des Smartphones zuzugreifen: Funktionen wie Play/Pause oder Vor/Zurück müssen also wie gewohnt direkt am Audiogerät gesteuert werden.

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Klangqualität

Auch wenn es auf den ersten Blick nicht so scheint: die Jabra Solemate hat eine Vorder- und eine Rückseite. Sie muss also richtig herum aufgestellt werden, um ihr volles Soundpotential erreichen zu können – dann aber kann sie klanglich absolut überzeugen. Es ist erstaunlich, welchen Druck und welche Dynamik der kleine Speaker entwickelt. Die Bässe der Solemate sind eindrucksvoll, wenn auch nicht ganz so kraftvoll wie etwa beim vergleichbaren SoundLink Mini von Bose. Verglichen aber mit der in der gleichen Preisklasse liegenden Jambox von Jawbone und dem JBL Charge entwickelt die Solemate überzeugende Tieftöne.

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Nicht mäkeln lässt sich außerdem über die kristallklaren Höhen, so dass sich ein gutes Gesamtklangbild ergibt. Dies gilt vor allem für geringe und mittlere Lautstärken. Zwar lässt sich die Solemate laut genug aufdrehen, um auch größere Räume oder kleinere Partys zu beschallen, mit zunehmender Lautstärke aber verwässert der Sound. Die Höhen übersteuern merklich, und die Bässe produzieren ein unangenehmes Vibrieren – der UE Boom beispielsweise zeigte sich da in unserem Test deutlich partytauglicher. Insgesamt aber überzeugt uns die Klangqualität der Solemate: für einen Speaker ihrer Klasse liefert sie einen hervorragenden Sound.

Unser Fazit

Das Design der Solemate ist nicht nur modern, sondern dank diverser Details auch clever durchdacht und ganz auf einen Outdoor-Betrieb ausgerichtet. Die Solemate macht (fast) alles mit und liefert noch dazu einen wirklich guten Sound, auch wenn sie dem Spitzenreiter von Bose, dem SoundLink Mini, und auch dem UE Boom, nicht ganz das Wasser reichen kann. Dafür aber kann die Solemate nicht zuletzt mit einer ausgeklügelten Freisprechfunktion überzeugen, die so leider nur die wenigsten Boxen bieten.

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4.2 von 5 Sternen(404 Rezensionen)

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